Windows 11, neu, aber auch nützlich?

In diesen Tagen hat Microsoft ein neues Windows Betriebssystem veröffentlicht. Was kann es? Was braucht es? Muss man es haben?

Um es gleich zu sagen, das Update ist mehr Kosmetik, als signifikante Neuerung. Die gesamte Erscheinung ist weicher geworden, abgerundete Ecken, gefällige Farben. Dem aktuellen Trend von MacOS und ChromeOS folgend. Das Startmenü wurde entschlackt und übersichtlicher. Die Icons auf der Taskleiste sind nun mittig ausgerichtet, nicht mehr am linken Rand. Systemicons wurden gefälliger gestaltet.

Unter der Haube ändert sich eigentlich nichts. Neue nennenswerte Funktionen, neu integrierte Features – Fehlanzeige! Updates sollen zukünftig wohl kleiner ausfallen und dadurch schneller geladen und installiert werden. Das wird die Praxis dann zeigen müssen. Android Apps soll Windows 11 ausführen können. Leider wurde dieses Feature nicht rechtzeitig zum Releasdatum fertig. Es wird wohl irgendwann durch ein Update nachgeliefert. Termin ist noch offen.

Allerdings gibt es einen großen Haken bei Windows 11. Die Voraussetzungen an die Hardware sind enorm gestiegen. Ein aktueller Prozessor muss an Board sein. Intel Prozessoren der 8. Generation, ARM-Chips der Serien 7 und 8 von Qualcomm sowie Zen-2-Chips von AMD werden unterstützt. Nutzer älterer Systeme werden somit ausgeschlossen. Viele Systeme werden aber auch daran scheitern, dass kein Trusted Platform Module (TPM) Sicherheitschip verbaut ist. Der soll helfen Identitäten zu bestätigen und so Cyberkriminalität zu bekämpfen. Auch hier muss die Zeit zeigen, ob dieses Konzept zielführend ist.

Die neuen Surface-Rechner von Microsoft sind natürlich kompatibel mit Windows 11. Zahlreiche Hardwarehersteller wie Lenovo, HP, Dell, Acer, Huawei bieten ebenfalls bereits passende Hardware an. Verbraucherschützer raten jedoch derzeit von einem Kauf ab. Durch Homeoffice, Homeschooling und Lieferengpässe sei der Markt wie leer gefegt, insbesondere bei Laptops. Wer jetzt nicht dringend einen neuen Rechner brauche, solle noch warten. Bis zum Sommer 2022 könne sich die Lage entspannt haben.

Die genauen Anforderungen von Windows 11 finden Sie auf der Microsoft Homepage. Wenn Sie Ihre Hardware auf Kompatibilität überprüfen wollen, geben Sie in eine Suchmaschine „WhyNotWin11“ oder Sie laden das Programm von der Heise WebSite. Microsoft bietet ebenfalls ein solches Tool an. Microsoft beschwichtigt jedoch Anwender mit ungeeigneter Hardware. Die Softwareunterstützung für Windows 10 soll erst 2025 enden.